Datenbearbeitung (Kapitel 6b)


Im ersten Teil sind wir bereits auf das Dateimanagement, das Zuschneiden von Messungen, das Überprüfen des Kraftmessplattenkontaktes sowie das Labeln von Markern eingegangen. Der 2. Teil des Kapitels beschäftigt sich mit einer fortgeschrittenen Vorgehensweisen beim Labeln von Markern und der Nutzung des AIM-Models.

Neu-Aufbereitung der Daten

Begegnen Ihnen Aufnahmen mit vielen ungelabelten Markern, was häufig zu Beginn eines Projektes, wenn das AIM Modell noch nicht gut “trainiert” ist auftritt, können Sie die Daten neu aufbereiten und manuell labeln.

Versuchen sie zuerst das AIM-Modell zum Zuweisen der Marker zu nutzen:

  1. Zur Aufbereitung nutzen Sie das Icon in der oberen Leiste oder den Shortcut Strg+Shift+R auf der Tastatur:
  2. Es öffnet sich ein neues Fenster. Überprüfen Sie, dass NUR die folgenden Felder angewählt sind: „Pre-process 2D data“, „Track the measurement“ und „Apply the current AIM models“.
  3. Aus dem Dropdown Menü neben „Apply the current AIM models“ wählen Sie „AIM settings fromproject“.
  4. Klicken Sie auf „OK“ und QTM wird automatisch alle Labels entfernen, die Daten neu aufbereiten und neu labeln.

Tauchen weiterhin viele ungelabelte Marker auf, können Sie die Aufbereitung ohne das AIM Modell wiederholen und alle Marker manuell labeln:

  1. Öffnen Sie das Aufbereitungsfenster (Strg+Shift+R) und wählen NUR „Pre-process 2D data“ und „Track the measurement“. Bestätigen Sie mit „OK“.
  2. Nachdem QTM die Aufbereitung abgeschlossen hat, werden keine Marker mehr gelabelt sein und alle Marker in der rechten Leiste unter „Unidentified trajectories“ angezeigt werden.
  3. Rechtsklicken Sie auf „Trajectory“ in der rechten Leiste und wählen „Load label list“.
  4. Es öffnet sich eine Dateiauswahl, in der Sie zu Ihrem Projekt navigieren und dort den Ordner „AIM models“ öffnen müssen. Wählen Sie die Label_List, die zu Ihrem verwendeten Markerset gehört und klicken Sie auf „Open“.
  5. Es werden nun alle Labels in der Spalte Trajectory in der rechten Leiste angezeigt; ohne zugewiesene Marker. Alle Marker in der 3D-Ansicht werden weiterhin als rote Kugeln dargestellt.
  6. Um die Marker schnell manuell zu labeln, klicken Sie auf „ID“ in der linken Leiste der 3D-Ansicht. Wählen Sie nun das erste Label in der rechten Leiste an und klicken auf den entsprechenden Marker in der 3D-Ansicht, um ihn zuzuweisen. Das Programm springt nun automatisch zum nächsten Label in der Liste, dem Sie wieder per Linksklick einen Marker aus der 3D-Ansicht zuweisen können. Fahren Sie fort, bis alle Marker zugewiesen sind und klicken danach auf den Mauszeiger in der linken Leiste, um den ID-Modus zu beenden.

Sobald alle Marker korrekt zugewiesen sind, können Sie die Messung abspeichern und damit das AIM-Model optimieren. Sollten immer noch Probleme mit der Zuweisung der Marker auftreten, nutzen Sie Kapitel 7: Die erweiterte Datenverarbeitung als Hilfe.


Optimierung des AIM Modells

QTM nutzt die vorerstellte automatische Erkennung von Markern (AIM), um die Marker zuzuweisen. Es handelt sich um ein lernendes Modell; das Hinzufügen der Gangaufnahmen Ihres Patienten zu diesem AIM hilft der Software zukünftige Aufnahmen besser zu verarbeiten, sodass sie weniger Zeit für das manuelle Labeln aufwenden müssen.

ACHTUNG: Eine Verbesserung des AIM Modells wird nur erreicht, wenn alle Marker Ihrer Aufnahme korrekt zugewiesen sind! Unkorrekt gelabelte Marker verschlechtern die Qualität des Modells. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Messung korrekt gelabelt ist, fügen Sie sie nicht dem Modell hinzu!

  1. Wenn Sie sicher sind, dass alle Marker korrekt gelabelt sind, klicken Sie auf „AIM“ in der oberen Leiste und wählen „Generate Model“.
  2. In dem Fenster, das sich öffnet wählen Sie „Add to existing model(s)“ und wählen im unteren Bereich das dynamische Modell, das zu Ihrem Markerset gehört. Anschließend klicken Sie auf „Next“.
  3. Das nächste Fenster wird eine Vorschau der hinzugefügten Aufnahme zeigen. Stellen Sie sicher, dass alle Marker an den richtigen Positionen sind und dass die Verbindungslinien in Ordnung sind und klicken Sie „Next“.
  4. Das nächste Fenster bestätigt, dass das Modell erfolgreich generiert wurde und kann über „Finish“ geschlossen werden. Ihr AIM-Model wurde also um die hinzugefügte Aufnahme erweitert.

Fahren Sie so mit allen Messungen fort (Zuschneiden der Messung, Überprüfung des Kraftmessplattenkontakts, Zuweisen der Labels). In der linken Leiste unter „Project automation“ werden alle Messungen, deren Checkbox angewählt ist für die finale Analyse berücksichtigt. Haben Sie genügend Aufnahmen für die finale Analyse vorbereitet, können Sie mit Kapitel 8: Ganganalyse mit Visual3D fortfahren.