Eine kreative Struktur für transdisziplinäre Projekte im Bereich Bewegungsanalyse, Tanz, und Bewegtbild

Tänzerin in Motion Capturing Studio

Gefördert durch EFRE

Ziel des Förderprojekts sind die gezielte Vernetzung und Vermittlungsaktivitäten rund um Bewegung zwischen den vier Bereichen Kunst und Tanz, Film und virtuelle Charakter, Gesundheit und Medizintechnik und Mensch-Technik-Interaktion zu entwickeln und nachhaltig für gemeinsamen F&E-Projektvorhaben als kreative und produktive Ausgangsbasis zu implementieren.

Inhalte geplanter Motion-Projekte sind unter anderem:

  1. Bewegungsbasierte Körper-Schnittstellen für audiovisuelle Performances
  2. Bewegungs-Interfaces und Dienstleistungen für den Gesundheitsbereich
  3. IDENTITÄT – eine interaktive Mixed Reality-Performance für Kunstfestival und Technik Messe
  4. 3D Werkzeug für Prävisualisierung von Echtzeit VR Motion Capture Inhalten

Dabei wird die Infrastruktur aus bisherigen gemeinsamen Arbeiten genutzt und die Konzentration liegt auf den spezifischen Herausforderungen kreativer „Swap-Over“ Projekte an der Schnittstelle Kunst, Medien, Technik und Wissenschaft mit dem Fokus auf Bewegung.

MOCCA soll nachweisen, dass zwischen Tanzkunst, Medizintechnik und interaktiven digitalen Medien echte Synergien über Fachgrenzen hinweg durch bidirektionale Interventionen möglich sind. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen für neue Dienstleistungsangebote und zukünftige Vorhaben der Partner genutzt werden und im Rahmen eines dauerhafte betriebenen MotionCapturing-Zentrums Düsseldorf nach Projektende alle Interessenten zur Verfügung stehen.

 

Im Kalenderjahr 2017 konnten sowohl die beiden geplanten Hauptprojekte „Motion-Based User Expression“ und „Mixed Media Motion“ vorangebracht werden, sowie drei Workshops durchgeführt, vier Vorhaben zur Vorbereitung von Folgeprojekten realisiert, drei Nebenprojekte begleitet und zwei öffentliche Vorträge gehalten werden.

—– Motion-Based User Expression: Bewegung erzeugt Ton und Bild

Für das erste Subprojekt wurde ein bestehendes Projekt weiterentwickelt. Die Wahl fiel hierbei auf „CARUSO – Virtueller Tenor“, ein Performance-System, das Körpergesten und Gesichtstracking verwendet um Gesang zu synthetisieren. Diese Installation bot sowohl Zugang zu Bewegungs- sowie Tonerzeugungsaspekten, und eröffnete Möglichkeiten zur Weiterentwicklung im visuellen Bereich. Zusätzlich wurde eine erste, einfache Publikumspartizipation implementiert.

—–„Mixed Media Motion“: Mixed Reality Installation zum Thema IDENTITÄT

In diesem Subprojekt fand eine intensive Auseinandersetzung mit der Fragestellung statt, welche Auswirkungen verschiedenste Mess- und Trackingtechnologien auf die Identität eines Individuums haben. In der Performance „Dance Clinic“ wurden kritische Fragestellung auf ironische Weise dargestellt, indem (fiktive) Probanden mit Schwierigkeiten in ihrem tänzerisch-künstlerischen Ausdruck durch technische Mittel analysiert und von einer (fiktiven) künstlichen Intelligenz beraten wurden. Choy Ka Fai stellte hierbei die Rolle des Dance Doctors dar, der als Bindeglied zwischen dem Tänzer und der rein rational, das Individuum nur anhand von Daten erfassenden künstlichen Intelligenz interagierte. Die Performance bot hierbei sowohl modernste Tracking-Technologien in Form von Ganzköper-Initialsensoranzügen und Gehirnwellenmessgeräten dar, setzte sich mit geschichtlichen Aspekten der Entwicklung von Tanz auseinander, und zeigte künstlerisch anspruchsvolle Inhalte per Video-Projektion. Zudem stellte er mit Hilfe von Motion-Capture Sequenzen berühmter Choreographien nach und bezog diese in die Performance mit ein. Wichtiger Bestandteil der Präsentation, die auch einen trance-Tanz aus Papua enthielt, war das Spiel zwischen Realität und Fiktion. Das Publikum wurde im Ungewissen darüber gehalten, welche Elemente tatsächlich bereits technisch umgesetzt waren, und welche nur fiktiv dargestellt wurden. Hierbei und im Dialog nach der Performance fand eine Reflektion der eigenen Erwartungshaltung und des eigenen Vorstellungsvermögens statt.

 

———————————————-Workshops————————————

 

—–Ali Moini: Trackingberatung

—–Nuno Correia: Audiovisuals

—–Marcel Bückner: Projection Mapping

 

 

——————————————–Nebenprojekte———————————-

 

—– OmniPresence: Orakel

—–Cliffdancer

—– SACRIFICE: Basar

 

———————————————–Vorträge————————————–

 

—–Startup Woche Düsseldorf 2017

—–Intetain 2017

 

——————————–Vorbereitung Teilprojekte————————

—–Sensor-Belastungstest

Um verschiedene Parameter des Inertialsensortrackingsystems NORAXON zu untersuchen wurden diese für ein Ganzköper-Skelett-Tracking an einer Hip-Hop-Tänzerin angebracht. Gemessen werden sollte, ob das System auch unter hohen Belastungen robust funktioniert, wie die Sensoren auf schnelle und häufige Wechsel der Bewegungsrichtung reagieren, wie sich das System bei längerer Nutzung und hoher Belastung verhält, und andere Parameter. Zusätzlich wurden zeitglich Muskelspannungssensoren verwendet um diese ebenso zu untersuchen. Die Ergebnisse lieferten wichtige Erkenntnisse für zukünftige Projekte mit NORAXON-Systemen.

 

—–Vergleichsstudie Captury, OptiTrack, NORAXON

Zum Vergleich des markerlosen Trackingsystems Captury, des marker-basierten Trackingsystems OptiTrack, und des Intertialsensorentrackingsystems NORAXON (Referenz) wurden insgesamt 20 Probanden auf dem Laufband und bei der Durchführung von Kniebeugen gemessen. Untersucht werden sollte, welche Unterschiede in der Winkelgenauigkeit der Trackingsysteme in Bezug auf Knie- und Hüftgelenk entstehen. Die Messungen ergaben, dass bei den optischen Trackingverfahren die Messumgebung und -bedingungen (Vorbereitung etc) eine erhebliche Rolle spielen. Aufgrund der Ergebnisse der Studie wurde mit der Konzeptionierung einer stärker kontrollierten Studie für das Jahr 2018 begonnen.

 

—–MOCAVIP

 

Als Vorstudie für Subprojekt 5 „PreViz Neuro-Motion VR: Der virtuelle Puppenspieler“ werden zusammen mit Studierenden der Hochschule Düsseldorf zwei Animationsfilme erstellt, die Tanz, 3D-Charakter-Modellierung und -Animation, 3D-Kulissen-Modellierung, und Musik kombinieren. Die 60- bis 90-sekündigen Videos sollen im Besonderen zu erwartende Fallstricke und Phasen mit hohem zeitlichen Aufwand identifizieren, um für das Subprojekt 5 entsprechend planen zu können. Das Projekt eignet sich hierzu besonders, da es sämtliche Produktionsschritte, von den Aufnahmen im Motion-Capturing Studio über die Nachbearbeitung der Daten und der Modellierung und Animation von 3D-Inhalten bis hin zur Komposition im fertigen Film beleuchtet, und alle vier Projektpartner ihre Expertise einbringen können.

 

—–Expanded Body

 

Auszug aus der Ausschreibung das „Digital Dance Lab – The Expanded Body“

 

„Das Digital Dance Lab bietet Tänzer*innen, Choreograph*innen, anwendungsorientierten Entwickler*innen, Medien-Techniker*innen und Medien-künstler*innen die Möglichkeit, mit neuesten Technologien (Motion Capture, 360°-Video, Augmented/Virtual/Mixed Reality, körpernahe Biosensorik u.a.) zu experimentieren, Synergien herzustellen und sich über Connectivity und die Möglichkeiten des Körpers im digitalen Zeitalter auszutauschen.

Die Ergebnisse dieser einwöchigen interdisziplinären Begegnung werden im Rahmen des Temps d’images-Festivals am tanzhaus nrw einem interessierten Publikum zugänglich gemacht.

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Wir freuen uns, dass wir in diesem Rahmen mit folgenden Projektpartnern zusammenarbeiten dürfen:

Logo Hochschule Düsseldorf
Logo Tanzhaus NRW